Assistenz

Assistenzbeitrag der IV bei Krankheit ALS

Wir Betroffenen wissen, dass wir die Krankheit ALS nicht aufhalten können. Je weiter die Krankheit fortschreitet, desto mehr Hilfe benötigen wir. Hilfsmittel wie Rollstühle, Kommunikationsgeräte, Umfeldsteuerung usw. übernehmen die Funktionen, welche wir nicht mehr selber ausführen können. Es gibt jedoch viele Tätigkeiten, für die gibt es keine Hilfsmittel. So müssen wir im Laufe der Zeit gewaschen, gefüttert, angezogen werden und dafür gibt es keine Maschienen. Hier muss ein Mensch die Unterstützung leisten. Sowohl die Geräte, wie auch die Hilfspersonen sind mit Kosten verbunden, welch nur wenige selber tragen können.
Einen Teil der Hilfsmittel werden daher durch die IV, der AHV und der KK finanziert. Durch die Einführung der Hilflosenentschädigung im Jahre 2004 wird auch ein Teil der geleisteten Arbeitsstunden der Hilfspersonen entschädigt.
Solltest du noch keine HF bei der IV beantragt haben, so solltest du dies sogleich tun. Die Krankheit wird fortschreiten.
Bei einer Krankheit wie ALS reicht der Betrag der HF natürlich nicht. Vielen Betroffenen blieb im Verlaufe der Krankheit nichts Anderes übrig, als in ein Heim einzutreten.
Dies hat sich mit der Einführung des Assistenzbeitrages gebessert. Seit 1.1.2012 können nun Bezüger- und Bezügerinnen einer HF (Hilfslosenentschädigung), welche über das nötige Mass an Selbständigkeit verfügen, Personen anstellen, um das Leben zu Hause zu ermöglichen.
Es werden jedoch nur Leistungen bezahlt, die von natürlichen Personen im Rahmen eines Arbeitsvertrages erbracht werden. Leistungen von Organisationen (Spitex etc.) und Familienangehörigen können über den Assistenzbeitrag nicht entschädigt werden.

Wenn dir eine HF zugesprochen wurde und du noch nicht im Rentenalter bist, kannst du bei der IV ein Gesuch für den Assistenzbeitrag stellen.


Unterstützung und kompetente Beratung erhälst du bei pro infirmis und weiteren Organisation, welche sich für die Belange von Menschen mit Behinderungen beschäftigen.

Ich selber profitiere seit nunmehr fünf Jahren vom Assistenzbeitrag. Meine vier Assistentinnen unterstützen mich in meinem Alltag. Zusammen mit der Spitex unterstützen sie meinen Mann bei meiner täglichen Betreuung.
Ich hoffe, dass ich auch bald meinen Mann aus dem Assistenzbeitrag entschädigen kann. Er kennt mich am besten und ist auch mein liebster Betreuer.